Parchim zeigt Deutschland wie es geht, Polizei in Angst und Schrecken

Parchim – Parchim ist ein kleines verschlafenes Nest, etwa 40km süd-westlich der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin. Nicht einmal 18.000 Einwohner zählt Parchim.
Doch die haben es in sich. Mein erster Kontakt zu Parchims Einwohnern war eine Anpöbelei von Einwohnern, die mich aufgrund meiner Kleidung als Journalisten ausmachten und wissen wollten, woher ich komme, nur um mir nach meiner Antwort lautstark und aggressiv zu erklären, ich solle hingehen, wo ich hergekommen bin und von mir zu Hause berichten. Was hier passiert, ginge niemanden etwas an. Und mit diesen Idioten (anm. den Demonstranten) werde man schon selbst fertig.
Alle Achtung, solche Leute hätte es ’89 gebraucht. Dann stünde vielleicht die Mauer noch, ich wohnte vielleicht noch im Westen und die Welt wäre in Ordnung.
Da ich als investigativer Journalist den Ärger suche, stört mich eine solche Pöbelei nicht und alsbald traf ich auf dem Festplatz, dem Ort der Demonstration ein.
Wie so oft in den vergangenen Monaten sollte es wieder einmal um die Corona-Maßnahmen und den Widerstand dazu gehen.
Und weil mir nach den Ausschreitungen der Polizisten gegen Demonstranten am vergangenen Montag in Wolgast, das Innenministerium von MV nicht zusichern konnte, dass die Pressefreiheit grundsätzlich in MV gewahrt ist, wollte ich mir selbst ein Bild machen.
Und weil die Schweriner Volkszeitung im Vorfeld schon darüber berichtet hatte, ein NPD Mann habe die Demonstration angemeldet, war es für mich gleich um so interessanter, denn offenbar sollten durch eine abfällige Berichterstattung, warum sonst sollte es von Interesse sein, welche politische Ausrichtung ein Demonstrationsanmelder hat, Besucher abgehalten werden, dorthin zu gehen.
Weiterhin erklärte POK Wiechmann, es sei eine “dynamisch-komplexe” Lage zu erwarten.
Dynamisch-komplexe Lagen kenne ich aus Berlin, von Demonstrationen mit 100.000 oder gar einer Million Teilnehmern, wenn ich an die letzten Love-Parades denke aber Parchim ist ein Nest.
Offenbar wollte sich die Polizei hier wieder besonders hervortun.
Um es gleich vorweg zu nehmen, trotz aller Versuche von mir, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, indem ich zum Beispiel bei einer Festnahme unmittelbar hinter einem Polizisten zum stehen kam und sehr genau zuhörte um eventuelle Dienstvergehen aufzudecken, haben sich die Beamten nicht aus der Reserve locken lassen.
Respekt, solche Situationen habe ich schon ganz anders erlebt.
Die Festnahme erfolge aufgrund des Verdachts auf einen Flaschenwurf. Es handelte sich hierbei um einen 17-jährigen, der danach seinen Eltern zugeführt wurde.
Und damit sind wir auch gleich mitten im Thema. Die Polizei zeigte sich betont autoritär.
Auf etwa 400 Demonstrationsteilnehmer kamen etwa 400 Polizisten, teilweise die ganze Zeit im Vollschutz.

Das erzeugte verständlicherweise Aggressionen bei einzelnen Veranstaltungsteilnehmern.
Doch wer waren die Veranstaltungsteilnehmer? Während gestern in Berlin eine Gruppe von Campern mit ihren Wohnmobilen ihrem Ärger in Berlin Luft machte, war es in Parchim der Querschnitt der Gesellschaft.
Es demonstrierten Punker, Biker, Fußballhooligans, Rechte, Linke, Rockabillies, Jugendliche, Rentner, Unternehmer, Arbeitnehmer, Hausfrauen und Hartz4 Empfänger.
Die Mecklenburger haben verstanden, dass das Thema Corona kein Thema für politische Ausrichtungen ist. Beim Thema Corona muss das Volk zusammen stehen.

Im Nachhinein wird sich die Polizei weitere Fragen gefallen lassen müssen.
So war es eine Auflage, die Teilnehmer in abgegrenzte Flächen zu pferchen, um, so die Argumentation, potentielle Virenüberträger besser zu trennen. Das die Menschen nun sehr viel enger aneinander stehen mussten, während zwischen den einzelnen Flächen noch einmal genauso viel Platz war, verstand niemand.

Insgesamt wurden drei Teilnehmer festgenommen, die im Verdacht standen, Polizisten mit Flaschen beworfen zu haben.

Die Redebeiträge waren insgesamt leider nicht sonderlich gelungen und stießen auch auf wenig Interesse bei den Teilnehmern.

Doch eines habe ich gelernt. Ich spüre, wie hasserfüllt die Gesellschaft beim Thema Corona ist.
Als Journalist bin ich natürlich auch in den sozialen Medien unterwegs und so habe ich kurz auf dem Videochatportal
tiktok berichtet, auf einer Corona-Demo gewesen zu sein. Natürlich habe ich nicht extra darauf verwiesen, als Journalist
teilgenommen zu haben. Heute früh hatte ich über einhundert Kommentare gesammelt, angefangen von normalen Beschimpfungen
als Covididiot bis zu hin zu Aufforderungen, mich selbst umzubringen.
Da wundert mich ein Beitrag von Sibylle Anderl in der FAZ überhaupt nicht, der die Überschrift trägt “Gefährdet mangelnde Intelligenz die Gesundheit?”
mit einem Bild einer Demonstrationsteilnehmerin darunter, die eine OP Maske über den Augen trägt.
Ja, wir haben Meinungsfreiheit in Deutschland aber rechtfertigt die Meinungsfreiheit auch die Beschimpfung von Menschen, die anderer als meiner eigenen Meinung sind?
Von den Reden blieb mir eine im Gedächtnis. Da wurde angeprangert, dass Jugendliche, die heute 16 sind, noch keinen Disco-, Kneipen- oder Clubbesuch kennen.
Das ist auch nicht wichtig, höre ich schon wieder Leute gröhlen.
Und da muss ich sagen, ich habe im Alter von 15/16/17 gelernt, dass zuviel Alkohol nicht gut für mich ist.
Das habe ich mit relativ seichten Alkoholika gelernt.
Diese Gesellschaft wird die Nachwirkungen des lock-down noch lange spüren.
Übrigens wurde Anfang der Woche in England der lock-down drastisch abgemildert. Pubs haben wieder offen und dürfen ausschenken.
Nur der Verzehr muss auf der Strasse stattfinden.
Im Deutschland des heutigen Europas undenkbar.
Wir würden niemals den Russen nacheifern. In Russland findet Corona quasi nicht statt, seitdem es den Impfstoff gibt.
Das war seinerzeit auch das Versprechen der Bundeskanzlerin – lock-down, bis es einen Impfstoff gibt, um die Intensivbetten nicht zu überlasten.
Stattdessen wurden bislang an die 8.000 Intensivbetten abgebaut.

 

 


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